Meeresbiologische Forschungen des japanischen Kaiserhauses
Begleitender Vortrag zur Ausstellung Döderlein in der Kreissparkasse.
„Der Showa Tenno Hirohito als Meeresbiologe“ war Thema eines Vortrages im Deutschordensaal der Kreissparkasse, zu dem KSK-Vorstandsmitglied Kai Landes Dr. Hiroshi Namikawa, Leitender Kustos am Showa Memorial Institute des National Museums of Nature and Science, Tokyo als Referent begrüßen konnte. Der japanische Wissenschaftler gab einen Einblick in die Forschungen des Showa Tenno, die dieser von 1928-1988 in der Sagamibucht, einer einzigartigen Meeresregion im Süden Tokios, durchführte.
Die Ausführungen Namikawas, der von Dr. Joachim Scholz, Leiter des Senckenberg-Archivs vorgestellt wurde, sind als Beitrag zu der derzeitigen Ausstellung in der Kreissparkasse „Schnee im Jahre des Drachen – Ludwig Döderlein und die Seesterne von Enoshima“ zu sehen. Der aus der Pfalz stammende Zoologe Döderlein hielt sich von 1879 bis 1881 in Japan auf. Seine wissenschaftlichen Arbeiten bilden eine wichtige Grundlage für die meeresbiologische Forschung Japans und erfreuen sich einer großen Aufmerksamkeit bis hin zum japanischen Kaiserhaus.
Hirohito, der Kaiser der Showa–Periode, betrieb eigene Forschungen über Flora und Fauna in der Sagami Bucht, für deren Entwicklung Döderlein eine Schlüsselfigur war. Der Tenno publizierte dabei eine Reihe von Fachartikeln, die bis heute als ein wesentlicher Beitrag zur Kenntnis der Hydrozoen Japans gelten. Auch sein Sohn, der derzeitige Kaiser Akihito, ist ebenfalls ein anerkannter Meeresbiologe. In den kaiserlichen Sammlungen, so Namikawa, werden sämtliche Regionen Japans mit den verschiedensten Tieren, Pflanzen und Algen präsentiert.
Die Döderlein gewidmete Ausstellung ist noch bis zum 18. Dezember in der Kundenhalle der Kreissparkasse zu sehen.