EU-Kommissarin Danuta Hübner in Kaiserslautern
Bei Wipotec und den Fraunhofer-Instituten zu Gast.
OB Dr. Klaus Weichel, EU-Kommissarin Danuta Hübner, Theo Düppre, Geschäftsführer von Wipotec (im Hintergrund die Dolmetscherin Stephanie Rosenberg) (Quelle: Stadt Kaiserslautern)
Als ein Aushängeschild für
das Land Rheinland-Pfalz bezeichneten Wirtschaftsminister Hendrik Hering und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen heute die Stadt Kaiserslautern. Anlässlich
des Besuches der EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Danuta Hübner, zogen die
beiden am Beispiel der Westpfalzmetropole eine überaus erfolgreiche Bilanz der
EU-Förderung in der vergangenen Förderperiode. Mit einer Delegation um die
EU-Kommissarin, die für die Vergabe von Fördermitteln aus dem Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung (ERFE) zuständig ist, besuchten sie in
Begleitung von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel die Wipotec Wägetechnik GmbH
Kaiserslautern und das Fraunhofer-Zentrum Kaiserslautern.
„Das Land Rheinland-Pfalz
erhält aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im aktuellen
Förderzeitraum 2007 bis 2013 insgesamt über 217 Millionen Euro“, informierte
der Wirtschaftsminister. Stellvertretend für die gesamte Kommission dankten er
und Doris Ahnen der EU-Kommissarin für das Engagement der EU. „Bei so
besonderen Gästen will sich das Land Rheinland-Pfalz von seiner besten Seite
zeigen“, meinte der Wirtschaftsminister bei seiner Begrüßungsrede im Foyer der
Firma Wipotec Wägetechnik GmbH. Das Land sei stolz auf die gute Entwicklung in
Kaiserslautern und der Westpfalz. Durch den Strukturwandel hätte die Stadt vor
großen Problemen gestanden und diese hervorragend gemeistert. Das Land hätte
hierfür gute Voraussetzungen geschaffen und beispielsweise in die Technische
Universität und die Ansiedlung von Forschungsinstituten investiert. „Die
Erfolgsgeschichte Kaiserslautern wäre ohne die intensive Förderung der EU nicht
möglich gewesen“, betonte Hendrik Hering. Allein im Förderzeitraum 2000 bis
2006 seien mehr als 50 Millionen Euro EU-Mittel in verschiedene Projekte in der
Stadt Kaiserslautern geflossen. Ein Paradebeispiel für eine nachhaltige und gute
Entwicklung sei die Firma Wipotec, die als Ausgründung aus der TU
Kaiserslautern entstand. Das Kerngeschäft der Firma Wipotec ist die
Entwicklung, Produktion und Integration von ultraschnellen Präzisionswägezellen
und High-Tech-Wägesystemen für Hochgeschwindigkeitsanwendungen. Insgesamt hatte
der Bau einer neuen Produktionshalle und eines Bürogebäudes rund 23 Millionen
Euro gekostet, knapp 3,9 Millionen Euro davon waren Fördermittel des Landes
Rheinland-Pfalz.
Oberbürgermeister Dr. Klaus
Weichel ging in seinen Reden auf den bedeutenden Strukturwandel der
Westpfalzmetropole in den letzten Jahrzehnten ein. „Mit der
Metallverarbeitenden Industrie und der Autoindustrie hat in Kaiserslautern eine
Art Monoindustrie bestanden“, meinte der Oberbürgermeister. Zusätzlich seien durch
den Fall des Eisernen Vorhangs und den Abbau der Militärs am Standort
Kaiserslautern rund 8.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. „Kaiserslautern hat
den Strukturwandel zum Dienstleistungs-, IT- und Wissenschaftsstandort
geschafft“, freute sich das Stadtoberhaupt. Das Industriegebiet Nord, mit
einhundert Hektar damals von vielen als zu groß belächelt, sei zehn Jahre
später zu 85 Prozent ausgelastet, derzeit werde mit Hilfe des Landes an eine
Erweiterungsfläche von 30 Hektar gedacht. Beim Besuch des Fraunhofer-Zentrums
erinnerte Dr. Weichel an die große städtebauliche Bedeutung, die die Konversion
für die Stadt Kaiserslautern hat. Als Beispiele nannte er das Gelände des
Fraunhofer-Zentrums, das als ehemaliger Rangierbahnhof durch Kriegsfolgeschäden
enorm belastet gewesen ist und sich nun „zur Denkfabrik entwickelt hat“.
Weichel erwähnte auch das Gelände der Firma Pfaff, welches als städtebauliche
Reservefläche für die „Technopole Kaiserslautern“ genutzt werden müsse.
EU-Kommissarin Danuta Hübner beglückwünschte den Oberbürgermeister zu Kaiserslautern, „einem Platz, an dem so viel passiert und sich so viel entwickelt“. In ihrer Rede ging sie unter anderem auf das Gesamtziel des Förderprogramms ein. Dieses diene der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in unter anderem strukturell schwächeren Regionen und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, des nachhaltigen Wachstums und der Förderung der Beschäftigung unter den heutigen Bedingungen der Globalisierung. Mit den Fördermitteln werden - wie in Kaiserslautern - Existenzgründungen unterstützt und Innovation und Wissen gefördert. Für den Bau des Fraunhofer-Zentrums Kaiserslautern wurden 47,43 Millionen Euro benötigt, nahezu 15 Millionen davon stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Wie Wissenschaftsministerin Doris Ahnen erwähnte, hätten sich mit der Neugestaltung der regionalen Förderpolitik der EU für die Jahre 2007 bis 2013 neue Möglichkeiten der Unterstützung von Forschung und Technologie für das Land Rheinland-Pfalz ergeben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie auf weitere Investitionen in die anwendungsorientierte Forschungsinfrastruktur. „Erste konkrete Vorhaben sind beispielsweise der Aufbau eines gemeinsamen Gründungsbüros für die Technische Universität und die Fachhochschule Kaiserslautern sowie ein Projekt zum Auf- und Ausbau von Kompetenzfeld- und Clusterstrukturen im Rahmen des Innovationsclusters „Digitale Nutzfahrzeugtechnologie“ der beiden hiesigen Fraunhofer-Institute“, erklärte die Wissenschaftsministerin.